
ADHS im beruflichen Kontext – Fortbildung für Fachkräfte
ADHS wirklich verstehen.
Sie arbeiten täglich mit Menschen, deren Herausforderungen oft mehr mit ADHS zu tun haben, als Sie bisher dachten.
In der stationären Jugendhilfe, im schulischen Kontext, in der Beratung: ADHS ist einer der häufigsten Gründe, warum Unterstützungssysteme überhaupt notwendig werden. Und trotzdem bleibt das Wissen darüber in vielen Teams dünn, überholt oder auf Kinder beschränkt.
Diese Fortbildung ändert das. Fundiert, praxisnah und so lebendig, dass Sie das Gelernte nicht wieder vergessen.
Was Sie in dieser Fortbildung zu ADHS erwartet
ADHS ist weit mehr als Zappeligkeit oder Unaufmerksamkeit. Es geht um die Art, wie Menschen Informationen filtern, Emotionen regulieren, Entscheidungen treffen und ihren Alltag strukturieren oder genau daran immer wieder scheitern.
In zwei intensiven Präsenztagen lernen Sie, was hinter diesen Mustern steckt, wie Sie sie in Ihrer Arbeit erkennen und einordnen können und wie Sie Betroffene, ihre Familien und Bezugssysteme wirklich wirksam unterstützen.
Die Inhalte sind wissenschaftlich fundiert und unmittelbar praxistauglich, so aufbereitet, dass Sie das Gelernte am nächsten Arbeitstag einsetzen können. Die Relevanz der Inhalte orientieren sich laufend an Rückmeldungen aus der psychosozialen Praxis, so dass Sie genau das bekommen, was Sie für Ihre Arbeit benötigen.
Das lernen Sie
Grundlagen, aber so, dass sie sitzen
- Was ADHS ist und was sie nicht ist: aktuelle Forschung, Leitlinien, häufige Mythen
- Neurobiologische Hintergründe: Exekutivfunktionen, Emotionsregulation, Motivationssysteme, verständlich erklärt
- ADHS im Erwachsenenalter: warum sie so oft übersehen wird und wie sie sich verändert
- Neuroaffirmative Haltung: Menschen mit ADHS als Variante menschlicher Neurobiologie verstehen, nicht ausschließlich als Problem, das gelöst werden muss
Konkret arbeiten mit ADHS
- Erkennen können: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität, hypoaktive Präsentation, Perfektionismus, Prokrastination und was dahintersteckt
- Typische Alltagsherausforderungen einordnen: Zeitwahrnehmung, Priorisierung, Reizoffenheit, Arbeitsgedächtnis
- Stärken und Ressourcen erkennen und gezielt nutzen
Methoden und Tools für Ihre Praxis
- Strukturierungs- und Priorisierungshilfen, die wirklich funktionieren
- Strategien für Motivation, Aufgabenbeginn, Übergänge, Selbstorganisation
- Umgang mit emotionaler Reizbarkeit und Überforderungssituationen
- Psychoedukation: ADHS erklären, ohne zu simplifizieren
- Arbeit mit Familien, Bezugspersonen und Systemen: Beratung, Entlastung, hilfreiche Strukturen
Welche ADHS-Kompetenzen Sie nach der Fortbildung aufgebaut haben
Fachlich
- Sie können ADHS-spezifische Verhaltens- und Erlebensmuster bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erkennen, benennen und in Ihrem Arbeitskontext einordnen
- Sie kennen die neurobiologischen Hintergründe und können sie verständlich erklären, ohne zu vereinfachen
- Sie wissen, welche Unterstützungsmethoden wirksam sind und wie Sie diese in Ihrem Alltag einsetzen
- Sie können Betroffene und deren Bezugspersonen auf weiterführende Fachstellen und Unterstützungsangebote hinweisen
In der Zusammenarbeit
- Sie können Kolleg:innen, Eltern und Klient:innen fachlich fundiert über ADHS informieren und dabei gezielt auf Fehlannahmen eingehen
- Sie sind in der Lage, in Ihrem Team oder Ihrer Einrichtung typische Problemlagen im Umgang mit ADHS zu benennen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln
- Sie kommunizieren diskriminierungssensibel und gestalten Ihren Umgang mit Menschen mit ADHS und deren Bezugspersonen bewusst
Eigenständig weiterdenken
- Sie können eigene Vorannahmen und Haltungen gegenüber ADHS und Neurodivergenz kritisch reflektieren
- Sie erkennen die Grenzen Ihrer Handlungskompetenz und wissen, wann Sie an spezialisierte Fachstellen verweisen sollten
- Sie identifizieren Ihren eigenen Weiterbildungsbedarf und können gezielt nächste Schritte benennen
Wie Sie lernen
Theorie und Praxis wechseln sich ab, damit die Inhalte nicht nur verstanden, sondern erlebt werden.
Das heißt konkret: anschauliche Inputs, viele Übungen und Beispiele aus dem Arbeitsalltag, Kleingruppenarbeit, Fallvignetten und kollegialer Austausch. Fester Bestandteil sind auch Reflexionsphasen, in denen Sie die eigene Haltung gegenüber ADHS und Neurodivergenz kritisch beleuchten und einordnen, was das für Ihre konkrete Arbeit bedeutet.
Sie gehen nicht mit einem vollen Kopf nach Hause, sondern mit echten Ideen für die nächste Woche.
Für wen diese Fortbildung geeignet ist
Für Fachkräfte mit abgeschlossener oder laufender Ausbildung bzw. Studium in einem pädagogischen, sozialpädagogischen oder psychologischen Berufsfeld und einem aktuellen oder angestrebten Tätigkeitsbezug in der Praxis.
Zum Beispiel: Sozialpädagog:innen, Erzieher:innen, Lehrkräfte, Schulsozialpädagog:innen, Psycholog:innen, Berater:innen.
Vorkenntnisse zu ADHS sind nicht erforderlich.
Ihre Referentin
Sarah Scholl, M.Sc. Psychologie, systemische Therapeutin und Expertin für ADHS
Sarah Scholl arbeitet in Karlsruhe als Psychologin mit dem Schwerpunkt ADHS. Sie verbindet wissenschaftliche Fundierung mit einem klaren Blick dafür, was in der täglichen Praxis tatsächlich hilft und was nicht. In ihren Fortbildungen begegnen sich Fachlichkeit und Lebendigkeit: keine Frontalveranstaltung, sondern echte Auseinandersetzung mit dem Thema.

Praktische Informationen
- Umfang: 2 Tage, jeweils 09:30 bis 17:45 Uhr (2 x 9 Unterrichtseinheiten)
- Teilnehmendenzahl: max. 12 Personen
- Teilnahmebestätigung wird ausgestellt
- Enthalten: hochwertige Seminarunterlagen, Getränke, Snacks und Obst (bei Präsenzveranstaltung)
Teilnahmegebühr: 468 € pro Person, für zwei Tage, die Ihre Perspektive auf ADHS dauerhaft verändern. Mit konkretem Handlungswissen, das Sie in jeder Beratung, jedem Gespräch und jeder schwierigen Situation danach einsetzen können. Inklusive ausführlicher Seminarunterlagen, die Sie auch danach noch nutzen.
Kostenübernahme durch den Arbeitgeber Viele Teilnehmende lassen die Fortbildungskosten ganz oder teilweise von ihrem Arbeitgeber übernehmen. Als berufliche Fortbildung mit Teilnahmebestätigung ist das in vielen Einrichtungen unkompliziert möglich. Sprechen Sie einfach Ihre Teamleitung oder Personalabteilung an, auf Wunsch stellen wir Ihnen eine Proforma-Rechnung oder weitere Unterlagen zur Verfügung.
Veranstaltungsort: Praxis Richtungswechsler, Waldhornstraße 19, 76131 Karlsruhe Die Fortbildung findet auch online per Zoom statt, mit identischen Inhalten und demselben interaktiven Format. Eine gute Option, wenn die Anreise nach Karlsruhe nicht möglich ist.
Wenn das nach Ihrer nächsten Fortbildung klingt, finden Sie links und unten auf der Seite Anmeldemöglichkeiten. Die Gruppen sind bewusst klein gehalten, daher sind die Plätze begrenzt.
Auch als Inhouse-Seminar buchbar
Sie möchten Ihr Team oder Ihre Einrichtung gezielt weiterbilden?
Die Fortbildung kann als Inhouse-Veranstaltung direkt bei Ihnen durchgeführt werden, in Ihrer Einrichtung, an einem Termin der zu Ihrem Team passt, mit Inhalten die auf Ihren Kontext abgestimmt sind.
Das ist besonders sinnvoll für Einrichtungen der Jugendhilfe, Schulen oder Beratungsstellen, die ADHS-Kompetenz im gesamten Team aufbauen möchten.
Für ein unverbindliches Gespräch schreiben Sie mir an seminare@richtungswechsler.de oder über das untenstehende Kontaktformular.
Termine
Häufig gestellte Fragen
Nein, Sie benötigen keine Vorkenntnisse. Die Fortbildung ist so aufgebaut, dass wir bei den Grundlagen beginnen und uns gemeinsam zu den praxisnahen Strategien vorarbeiten. Egal, ob Sie bisher nur am Rande mit dem Thema in Berührung gekommen sind oder bereits erste Erfahrungen mitbringen, Sie werden dort abgeholt, wo Sie stehen.
Sie werden Hinweise auf ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sicherer erkennen und einordnen können. Sie verstehen, welche Denk- und Wahrnehmungsmuster dahinterstehen, zum Beispiel warum Motivation, Zeitwahrnehmung oder Emotionsregulation für Betroffene anders funktionieren. Und Sie nehmen konkrete Strategien und Tools mit, die Sie direkt in Beratung, Begleitung oder pädagogischer Arbeit einsetzen können: von Strukturierungshilfen über Psychoedukation bis hin zur Arbeit mit Angehörigen und Familiensystemen.
Beides. Die Fortbildung behandelt ADHS über die gesamte Lebensspanne. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf ADHS im Erwachsenenalter, weil diese häufig übersehen wird, obwohl sie oft der Grund dafür ist, dass Erwachsene erst spät professionelle Unterstützung suchen. Sie lernen, wie sich ADHS-Symptome im Laufe des Lebens verändern und warum manche Betroffene erst als Erwachsene auffällig werden.
Ja, auf jeden Fall. Die Fortbildung richtet sich an alle Fachkräfte im psychosozialen Bereich – also genauso an Sozialpädagog:innen in der Jugendhilfe, Erzieher:innen, Lehrkräfte oder Schulsoziarbeiter:innen wie an Therapeut:innen oder Berater:innen. Die Inhalte und Strategien sind so aufbereitet, dass Sie sie in Ihrem jeweiligen Arbeitskontext direkt anwenden können.
Drei Dinge: Erstens arbeiten wir in einer kleinen Gruppe mit maximal 12 Teilnehmenden, das ermöglicht echten Austausch, individuelle Fragen und Fallbesprechungen, die auf Ihre Praxis zugeschnitten sind. Zweitens wechseln sich Theorie und Übungen ab, sodass Sie die Inhalte nicht nur hören, sondern erleben und direkt ausprobieren. Und drittens vermittelt die Fortbildung eine neuroaffirmative Haltung, die über reines Fachwissen hinausgeht, sie verändert, wie Sie über ADHS denken und sprechen.
Neuroaffirmativ bedeutet, ADHS nicht als Defizit oder Störung im Sinne eines Makels zu betrachten, sondern als eine Variante menschlicher Neurobiologie. Das heißt nicht, dass Herausforderungen verharmlost werden, im Gegenteil. Aber es verändert die Perspektive: weg von „Was stimmt nicht mit dieser Person?" hin zu „Wie funktioniert diese Person und was braucht sie, um gut zurechtzukommen?" Diese Haltung hat direkte Auswirkungen auf die Qualität Ihrer Beratung und Begleitung.
Ja. Sie erhalten umfangreiche Seminarunterlagen mit den wichtigsten Inhalten, Praxistools und Arbeitshilfen. Diese sind so gestaltet, dass Sie sie als Nachschlagewerk und als Grundlage für Ihre tägliche Arbeit nutzen können.
Ja, nach Abschluss der Fortbildung erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung mit Angabe der Inhalte und des Umfangs (18 Unterrichtseinheiten).
Gerade dann. ADHS betrifft etwa 5–6% der Kinder und 2–3% der Erwachsenen – viele davon sind nicht diagnostiziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Ihrem Arbeitsalltag regelmäßig mit Betroffenen zu tun haben, ist hoch, auch wenn ADHS nicht der offizielle Anlass der Zusammenarbeit ist. Ein fundiertes Verständnis hilft Ihnen, Zusammenhänge zu erkennen, die sonst übersehen werden, und Ihre Unterstützung passgenauer auszurichten.
Die Teilnahmegebühr beträgt 468 € pro Person. Darin enthalten sind zwei volle Fortbildungstage (18 Unterrichtseinheiten), umfangreiche Seminarunterlagen mit Praxistools, eine Teilnahmebestätigung sowie Getränke, Snacks und Obst beim Präsenztermin. Sie lernen in einer kleinen Gruppe mit maximal 12 Teilnehmenden, das ermöglicht individuelle Fragen und echten Austausch, wie er in großen Fortbildungen selten möglich ist. Gut zu wissen: Viele Arbeitgeber im psychosozialen Bereich verfügen über Fortbildungsbudgets und übernehmen die Kosten ganz oder anteilig. Es lohnt sich, bei Ihrem Träger nachzufragen, die Teilnahmebestätigung und eine Rechnung erhalten Sie selbstverständlich.
Ja, das ist ein eigener Themenbaustein der Fortbildung. Sie lernen, wie ADHS Familiendynamiken beeinflusst, wie Sie Angehörige entlasten und aufklären können und wie hilfreiche Unterstützungsstrukturen im Umfeld (auch in Schule und Kita) aufgebaut werden können.
