
Psychische Erkrankungen in der Jugendhilfe – Fortbildung für Fachkräfte
Psychische Erkrankungen bei jungen Menschen erkennen und gut begleiten: eintägige Fortbildung für Fachkräfte der Jugendhilfe in Karlsruhe, auch inhouse buchbar.
Psychische Erkrankungen in der Jugendhilfe – Fortbildung für Fachkräfte
Junge Menschen verstehen und gut begleiten.
Sie arbeiten mit Kindern und Jugendlichen, deren Verhalten Sie manchmal ratlos macht. Manche ziehen sich wochenlang zurück, andere bekommen Panik vor dem Schulweg oder wehren jedes Beziehungsangebot ab.
In der Jugendhilfe gehören psychische Erkrankungen zum Alltag, trotzdem bleiben viele Fragen offen: Was ist noch Pubertät, was schon Erkrankung? Was hilft im Umgang und wo endet der pädagogische Auftrag?
In dieser Fortbildung erhalten Sie fundiertes Wissen und Orientierung für Ihre Arbeit. Wir arbeiten mit vielen Beispielen aus der Praxis und es bleibt Zeit für Austausch.
Was Sie in dieser Fortbildung erwartet
Bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich psychische Erkrankungen oft anders als bei Erwachsenen: Eine Depression äußert sich manchmal in Gereiztheit oder Lustlosigkeit, Angststörungen in Verweigerung und Traumafolgestörung in Provokationen.
In diesem eintägigen Seminar erfahren Sie, welche Störungsbilder in der Jugendhilfe häufig vorkommen und woran Sie sie im Alltag erkennen. In Kleingruppen erarbeiten Sie dann, wie Sie Betroffene begleiten und dabei auf sich selbst achten können.
Bei Inhouse-Seminaren können auch andere Störungsbilder im Mittelpunkt stehen, kommen Sie gerne auf mich zu.
Das lernen Sie
Grundlagen
- Häufigkeit: wie verbreitet psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind
- Entstehung: wie körperliche, seelische und soziale Einflüsse zusammenwirken
- Diagnose: wie eine Diagnose zustande kommt und wie die ICD-10 aufgebaut ist, nach der in Deutschland (noch) diagnostiziert wird
- Vorurteile: welche Annahmen über psychische Erkrankungen verbreitet sind und wie sie den Umgang mit Betroffenen prägen
Störungsbilder erkennen und einordnen
Im offenen Seminar stehen fünf Störungsbilder im Mittelpunkt:
- Depression
- Angststörungen
- Traumafolgestörungen
- Bindungsstörungen
- Borderline-Persönlichkeitsstörung
Zu jedem Störungsbild lernen Sie die typischen Anzeichen kennen und erfahren, wie sie sich im Alltag der Jugendhilfe zeigen.
Im Alltag begleiten
- Haltung: was Ihnen und Betroffenen hilft
- Umgang: konkrete Strategien für jedes Störungsbild, die Sie in Übungen erproben
- Rollenklarheit: was zum pädagogischen Auftrag gehört und wann therapeutische Hilfe notwendig ist
- Suizidalität: wie Sie ein Gespräch führen, wenn Jugendliche Suizidgedanken äußern und was danach zu tun ist
- Selbstfürsorge: wie Sie sich abgrenzen und mit belastenden Situationen umgehen
Wie Sie lernen
Kurze Inputs wechseln sich mit Gruppenarbeit und Übungen ab. In Expertengruppen erarbeiten Sie jeweils ein Störungsbild und stellen es anschließend den anderen vor. Den Umgang üben Sie an Situationen, die Sie aus Ihrem Arbeitsalltag kennen und in Reflexionsphasen klären Sie Ihre eigene Haltung.
Zum Nachlesen erhalten Sie ein ausführliches Skript und ein Heft mit Übersichten zum Umgang bei jedem Störungsbild.
Für wen diese Fortbildung geeignet ist
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte, die in der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten, z. B. in Wohngruppen und Inobhutnahmestellen, in ambulanten Hilfen, in der Schulsozialarbeit oder in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Dazu gehören Sozialpädagog:innen, Erzieher:innen, Heilerziehungspfleger:innen, Jugend- und Heimerzieher:innen und Schulsozialarbeiter:innen.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Ihre Referentin
Sarah Scholl, Psychologin M. Sc., systemische Therapeutin
Schon während ihres Psychologiestudiums arbeitete sie in der Jugend- und Familienhilfe als Erziehungsbeiständin, später leitete sie fachlich den psychologischen Dienst eines Bildungsträgers für Jugendliche und Erwachsene. Heute arbeitet sie in ihrer Praxis Richtungswechsler in Karlsruhe als systemische Therapeutin mit Heilpraktikererlaubnis für Psychotherapie mit Schwerpunkt ADHS.
Seit vielen Jahren gibt sie ihr Wissen in Seminaren weiter: Sie dozierte an der FOM Hochschule im Studiengang Wirtschaftspsychologie und bildet als Referentin an einem Institut für systemische Weiterbildung angehende systemische Berater:innen und Therapeut:innen aus.

Praktische Informationen
- Umfang: 1 Tag, 9:30 - 17:30 Uhr
- Teilnehmendenzahl: max. 20 Personen
- Teilnahmebestätigung wird ausgestellt
- Enthalten: ausführliches Skript, Heft mit Übersichten zum Umgang, Getränke, Snacks und Obst
Teilnahmegebühr: 99 € pro Person
Kostenübernahme durch Arbeitgebende: Viele Teilnehmende lassen die Fortbildungskosten ganz oder teilweise von ihren Arbeitgebenden übernehmen. Weil es sich um eine berufliche Fortbildung mit Teilnahmebestätigung handelt, lässt sich das häufig unkompliziert klären. Sprechen Sie dazu Ihre Teamleitung oder Personalabteilung an.
Veranstaltungsort: Praxis Richtungswechsler, Waldhornstraße 19, 76131 Karlsruhe
Wenn das nach Ihrer nächsten Fortbildung klingt, finden Sie links und unten auf der Seite Anmeldemöglichkeiten. Die Gruppen sind bewusst klein gehalten, daher sind die Plätze begrenzt.
Auch als Inhouse-Seminar buchbar
Sie möchten Ihr Team oder Ihre Einrichtung gezielt weiterbilden?
Dann komme ich gerne zu Ihnen in die Einrichtung. Die genauen Inhalte wählen wir gemeinsam aus, passend zu Ihrem Team. Neben den fünf Störungsbildern aus dem offenen Seminar sind auch andere Störungsbilder möglich.
Ein Inhouse-Seminar eignet sich besonders für Wohngruppen, ambulante Dienste oder Teams der Schulsozialarbeit, die eine gemeinsame fachliche Grundlage schaffen möchten.
Für ein unverbindliches Gespräch schreiben Sie mir eine E-Mail an seminare@richtungswechsler.de oder nutzen Sie das Kontaktformular unten.
Termin
99€
pro Person
- Sa. 24.04.27, 09:30 - 17:30 Uhr
Seminarräume Richtungswechsler
Waldhornstraße 19, 76131 Karlsruhe
Häufig gestellte Fragen
Nein. Wir beginnen mit den Grundlagen und gehen von dort zu den einzelnen Störungsbildern und zum Umgang im Alltag über. Wenn Sie schon Erfahrung haben, können Sie diese in die Gruppenarbeit einbringen.
Sie erkennen Anzeichen häufiger psychischer Erkrankungen sicherer und können Verhalten besser einordnen. Sie lernen und erproben, welcher Umgang bei den einzelnen Störungsbildern hilft. Außerdem wissen Sie, wann Sie weitere Fachleute hinzuziehen sollten.
Ja, sie richtet sich vor allem an pädagogische Fachkräfte. Im Mittelpunkt steht der Umgang im Gruppenalltag, in der Schule und in der ambulanten Hilfe. In einem eigenen Themenblock klären wir die Grenze zwischen pädagogischer und therapeutischer Arbeit.
Depression, Angststörungen, Traumafolgestörungen, Bindungsstörungen und die Borderline-Persönlichkeitsstörung spielen in der Jugendhilfe eine große Rolle. ADHS und Autismus kommen ebenfalls häufig vor und werden im Seminar an passender Stelle angesprochen. Zu ADHS gibt es außerdem eine eigene Fortbildung: https://richtungswechsler.de/seminare/adhs-fortbildung
Ja. In den Übungen arbeiten Sie mit Situationen, wie Sie sie aus Ihrer Arbeit kennen. Ausführliche Fallbesprechungen zu einzelnen Jugendlichen sind an diesem Tag nicht vorgesehen.
Ja. Sie erhalten ein ausführliches Skript zu allen Inhalten und ein Heft im A5-Format mit einer Doppelseite pro Störungsbild, auf der zusammengefasst ist, was im Umgang hilft. So können Sie im Alltag schnell nachschlagen.
Ja, nach der Fortbildung erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung mit Angabe der Inhalte und des Umfangs (8 Unterrichtseinheiten).
Die Teilnahmegebühr beträgt 99 € pro Person. Darin enthalten sind ein voller Fortbildungstag, das Skript, das Heft, eine Teilnahmebestätigung sowie Getränke, Snacks und Obst. Viele Träger im sozialen Bereich haben ein Fortbildungsbudget und übernehmen die Kosten ganz oder anteilig, deshalb lohnt es sich, bei Ihrem Träger nachzufragen.
Ja, im Inhouse-Seminar ist das möglich. Wir wählen dann vorab gemeinsam aus, welche Störungsbilder für Ihr Team wichtig sind, z. B. ADHS, Autismus oder Essstörungen. Schreiben Sie mir dazu eine E-Mail an seminare@richtungswechsler.de.
