Richtungswechsler | Blog - Einander zuhören und Konfliktklärung

Daheim ist dank Corona dicke Luft? Kein Wunder, wir sitzen 24/7 aufeinander und haben kaum Gelegenheit, uns aus dem Weg zu gehen. Da kann man schnell mal an seine Grenzen kommen 🙂 Wie wäre es mit folgender Idee für zwei Personen zur Konfliktklärung?

Was ihr braucht

Die Idee dahinter ist, sich nacheinander zu Wort kommen zu lassen, so dass jede*r sagen darf, was ihm oder ihr durch den Kopf geht.

Ihr braucht jede*r:
Zettel, Stift
Außerdem: Timer (Handy oder Küchenuhr)

Wie es geht

Ihr einigt euch, wer beginnt. (P1 = Person 1, P2 = Person 2)

P1 spricht nun 5 Minuten darüber (Timer!), wie es ihr geht, was ihr durch den Kopf geht, was sie fühlt und was sie beschäftigt. Keine Anklagen, keine Vorwürfe, keine Du-Botschaften. P2 hört ausschließlich zu und darf sich Notizen machen.

Nach 5 Minuten darf P2 sprechen. P2 fasst zusammen, was sie von P1 gehört hat und geht darauf ein. Diesmal hört P1 nur zu und darf sich Notizen machen.

Ihr wechselt so lange durch, bis jede Person 3 x gesprochen hat. Insgesamt dauert das also 30 Minuten.

Ihr merkt, dass ihr dadurch den Konflikt deutlich verlangsamt und gut überlegt, was ihr sagt. Das ist hilfreich für die Konfliktklärung, die sonst oft in rasantem Tempo und hitzig stattfindet.

Denkanstöße

Fragen, die ihr im Gespräch beantworten könnt, sind:

1. Wie geht es mir gerade?
2. Was beschäftigt mich?
3. Wie geht es mir mit dir zur Zeit?
4. Was konnte ich in letzter Zeit von dir lernen?
5. Was wünsche ich mir von dir?
6. Was bewundere ich in letzter Zeit an dir?

Vielleicht werdet ihr überrascht sein, was ihr alles durch zuhören erfahrt!

Vorbeugend einsetzen

Natürlich bietet sich diese Form des Gesprächs nicht nur in akuten Situationen an. Ihr könnt diese Methode gerne in euren Alltag integrieren, in dem ihr euch beispielsweise einmal im Monat zusammensetzt und euch ohne Ablenkung einfach nur zuhört. Oft entsteht eine ganz besondere Art der Nähe. Vielleicht könnt ihr so zukünftige Konflikte schon klären, bevor sie überhaupt entstanden sind.

Wichtig ist vielleicht noch, dass niemand zu dieser Art Gespräch gezwungen werden kann und niemand verpflichtet ist, sich mitzuteilen. Beide Partner*innen sollten im Vorfeld also einverstanden sein.

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Klicken Sie auf die Sterne um Ihre Bewertung abzugeben

Durchschnittliche Bewertung: / 5. Bewertungen:

Schade, dass Ihnen unser Beitrag nicht gefallen hat.

Helfen Sie uns, den Beitrag zu verbessern

ÜberSarah Scholl
Einfühlungsvermögen, Humor und Leichtigkeit zeichnen mich aus. Und das Wissen, wann welches davon zur Anwendung kommt.Meine Arbeit empfinde ich als bereichernd, weil es für mich kaum etwas Erstrebenswerteres gibt, als Menschen dabei begleiten zu können, wie sie aktiv werden und teilweise große Lasten Stück für Stück abwerfen.
Soziale Profile:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.