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Toxische Beziehungen und psychische Gewalt

von | 1. Jun 2020 | Beziehungstipps | 10 Kommentare

Beziehungen sind eigentlich dazu da, um unser Leben positiv zu bereichern und einen verlässlichen, liebevollen Partner an unserer Seite zu haben. Dennoch gibt es Beziehungen, in denen psychische und/oder körperliche Gewalt stattfindet. Solche Beziehungen sind auch unter dem Begriff toxische Beziehung, destruktive Beziehung oder dysfunktionale Beziehung bekannt und können ernsthafte psychische Folgen und Beeinträchtigungen mit sich bringen.

In den letzten Jahren habe ich viele Frauen dabei unterstützt, anzuerkennen, dass sie in einer unguten Beziehung leben, sich zu stärken und etwas zu ändern. Da du auf dieser Seite gelandet bist, nehme ich an, dass zumindest ein kleiner Teil in dir die Idee hat, dass du in einer toxischen Beziehung feststeckst oder jemanden kennst, der sich in dieser Situation befindet.

Dieser Blogbeitrag wendet sich ausschließlich an weibliche Personen in heterosexuellen Beziehungen, auch wenn mir klar ist, dass auch Menschen anderen Geschlechts und/oder in gleichgeschlechtlichen Beziehungen von Gewalt betroffen sind.

Für Menschen in gesunden Beziehungen, die auf Kompromissen und gemeinsamen Entscheidungen beruhen, sind die Ideen, die hier vorgestellt werden, nicht geeignet.

Wenn du diesen Artikel gelesen hast, weißt du vielleicht ein bisschen besser, was in deiner Beziehung passiert. Du musst dich deshalb nicht trennen oder irgendwelche Schritte einleiten. Wenn es dir gelingt zu verstehen, dass da etwas nicht so läuft wie es soll, ist das ein guter Anfang.

Wenn du nicht so gerne liest, schau dir stattdessen meinen Kurzvortrag auf YouTube an.

Eines vorneweg, bevor du weiterliest: Du trägst nicht die Verantwortung für das Verhalten deines Partners. Es ist sehr wichtig, dass du dir das wirklich klar machst. Partner, die Gewalt ausüben, rechtfertigen ihr Verhalten gerne damit, dass du sie ja dazu gebracht hättest. Das ist falsch. Sofern es sich nicht um Notwehr handelt, rechtfertigt keine Verhaltensweise dieser Welt den Einsatz von Gewalt, egal ob psychisch, physisch oder sexuell.

Eines der Probleme mit toxischen Beziehungen ist, dass psychische Gewalt häufig nicht als Gewalt erkannt oder anerkannt wird. Häufig wird aus Scham auch überhaupt nicht darüber gesprochen. So entsteht irgendwie die Vorstellung „Das passiert nur mir!“. Dass das nicht stimmt, siehst du im nächsten Abschnitt. Es ist wichtig zu erkennen, dass die eigenen Erlebnisse keine Seltenheit sind.

Infografik psychische Gewalt in Beziehungen

Ein paar Zahlen zu psychischer Gewalt

(wirklich nur ein paar, versprochen!)

Recherchiert man zum Thema psychische Gewalt, stößt man auf eine vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2014 veröffentlichte Studie zu Gewalt gegen Frauen, die du hier herunterladen kannst, wenn du möchtest:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/gewalt-gegen-frauen-in-paarbeziehungen/80614

Von den befragten Frauen in der Studie waren 13 – 20 % Formen psychisch-verbaler Gewalt, Kontrolle und Dominanz durch den aktuellen Partner ausgesetzt. Wenn man gemittelt von durchschnittlich 16% ausgeht, ist das etwa jede 6. Frau!

Als psychische Gewalt wurden in der Studie folgende Formen genannt:

  • Extreme Eifersucht
  • Kontrolle und Dominanz
  • Verbale Aggressionen und Drohungen
  • Demütigung
  • Sexuelle Übergriffigkeit
  • Ökonomische Kontrolle

In der Studie wurden Frauen nach körperlicher und psychischer Gewalt befragt. Erlebten Frauen „nur“ Drohungen ohne weitere körperliche Gewalt, empfanden das 87,5% als psychisch belastend und litten unter psychischen Beschwerden. Du siehst also, dass psychische Gewalt nicht harmlos ist. Sie hat Folgen für deine Gesundheit.

Für Gewalt gilt der Grundsatz: erlebst du ein Verhalten deines Partners als bedrohlich, manipulativ, abwertend, beleidigend oder in irgendeiner anderen Form herabsetzend, dann handelt es sich um psychische Gewalt. Es ist nicht relevant, ob dein Partner einsieht, dass er Gewalt ausübt, allein dein Empfinden ist ausschlaggebend.

Wie entsteht eine toxische Beziehung?

Langsam und schleichend. Du kennst das: Zu Beginn war alles wunderbar, er war aufmerksam, lieb und zärtlich. Frisch verliebt sind wir so mit Hormonen geflutet, dass es uns schwerfällt, den neuen Partner realistisch einzuschätzen. Wir finden alles einfach toll und kleine Irritationen lassen sich gut erklären. Die leichte Eifersucht wird als süß empfunden und als Beweis dafür, dass du ihm wichtig bist. Gibt er den Ton an, empfindest du es vielleicht als schön, dass du dich einfach mal fallen lassen kannst und keine Entscheidungen treffen musst. Und rutscht ihm im Streit eine Beleidigung heraus, kann das ja im Eifer des Gefechts mal passieren. Und sehr oft ist das ja auch tatsächlich so. Nicht jeder Partner, der diese Verhaltensweisen zeigt, entwickelt sich zwangsläufig zu deinem persönlichen Albtraum. Es können aber erste Hinweise darauf sein, dass sich deine Beziehung nicht gut entwickelt.  

Suche nach den Ursachen

Im schlimmsten Fall geht es immer weiter und weiter. Die Eifersucht wird stärker, die Kontrolle nimmt zu, du wirst häufiger beleidigt und/oder abgewertet. Es tut ihm leid, er entschuldigt sich, findet gute Argumente, warum er sich so verhalten hat (meistens dein Verhalten). Du verzeihst ihm, denn eigentlich ist er ja ein toller Mensch. Und ihr habt ja auch gute Zeiten.

Sprichst du die Probleme in eurer Beziehung an, passiert es vielleicht, dass dein Partner dich nicht ernst nimmt, oder dir sagt, dass du das ganz falsch siehst. Dass ja eigentlich du diejenige bist, die ein Problem hat. Wenn wir immer und immer wieder hören, dass mit uns etwas nicht stimmt, glauben wir irgendwann daran. Irgendwann bist du also völlig verunsichert, was dich, deine Wünsche und Vorstellungen betrifft.

Fast beiläufig beginnst du daran zu glauben, dass du einfach freundlicher sein, dich mehr anstrengen oder weniger anspruchsvoll sein musst, damit ihr eine gute Beziehung führen könnt. Das bedeutet natürlich, dass die ganze Verantwortung seines Verhaltens auf deinen Schultern ruht. Dadurch entsteht auch ein tückisches Gefühl von Kontrolle: Wenn du dich nur noch ein bisschen mehr anstrengst, dann wird ja alles gut. Das ist der Motor toxischer Beziehungen und sorgt dafür, dass du bleibst: Die Hoffnung, dass die Beziehung irgendwann doch noch gut und stabil wird.

Das Blöde ist, dass wir die guten Zeiten überbewerten und die schlechten Zeiten quasi ausblenden. Habt ihr eine schöne Zeit miteinander, löst das in deinem Gehirn ähnliche Vorgänge aus, als wenn du Drogen nehmen würdest. Um diesen Zustand zu erreichen, wenigstens ab und zu, gibst du immer mehr und mehr auf: Freunde, Arbeit, Selbstachtung und Lebensqualität.

Und wenn du soweit bist, dass du dich trennen möchtest, stellst du vielleicht fest, dass von dir nicht mehr viel übrig ist und dass du es einfach (noch) nicht schaffst, dich zu trennen.

Wie erkenne ich eine dysfunktionale Beziehung?

  • Fühlst du dich grundsätzlich wohl in deiner Beziehung?
  • Vertraust du deinem Partner?
  • Hast du Angst vor deinem Partner?
  • Hast du das Gefühl, dass dein Partner Rücksicht auf dich und deine Bedürfnisse nimmt?
  • Wirst du beleidigt, gedemütigt, abgewertet oder bedroht?
  • Schlägt dich dein Partner?
  • Fühlst du dich immer mehr, als seist du nichts wert?
  • Weinst du viel wegen deiner Beziehung?
  • Bist du oft angespannt?
  • Kontrolliert dich dein Partner?
  • Unterstellt dir dein Partner Dinge, die nicht stimmen?
  • Begründet dein Partner sein eigenes Verhalten oft mit angeblichen Fehlern von dir?
  • Bist du oft verunsichert, was deine eigenen Vorstellungen betrifft?
  • Ist das die Art, wie du dir Beziehungen vorstellst?

Je nachdem wie du die Fragen beantwortest, können das Hinweise darauf sein, dass du psychischer Gewalt in einer toxischen Beziehung ausgesetzt bist.

Gepackte Koffer

Wie beende ich eine destruktive Beziehung?

Am besten natürlich: sofort und konsequent. Das ist aber leichter gesagt als getan. Vielleicht ist das „Ausschleichen“ aus der Beziehung eine Alternative für dich. Dabei trennst du dich nicht sofort, sondern bereitest dich langsam darauf vor und siehst das ganze als Prozess. Bist du in einer Beziehung, die von schwerer Gewalt bestimmt wird, lass dich unterstützen. Das gilt natürlich auch, wenn du andere Formen der Gewalt erlebst und das Gefühlt hast, du schaffst es noch nicht allein. Mögliche Anlaufstellen habe ich am Ende des Artikels für dich zusammengetragen. Um dich aus der Beziehung zu lösen, brauchst du wieder mehr Eigenbestimmung, Selbstkontrolle und Vertrauen in dich. Das kannst du auf vielen Wegen erreichen, ich mache hier ein paar Vorschläge, die du vielleicht ausprobieren magst oder die dich auf eigene Ideen bringen, wie du dich wieder Stück für Stück aufbaust und wächst.

Hoffe nicht auf plötzliche Veränderungen

Es ist erstmal wichtig, dass du ehrlich zu dir selbst bist: Was du erlebst ist nicht „normal“ und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht anders werden. Mit anderen Worten: Lass alle Hoffnung auf eine plötzliche Veränderung deiner Beziehung fahren. Klingt dramatisch, ist aber oft so. In der Psychologie gibt es den schönen Satz, dass vergangenes Verhalten die beste Vorhersagekraft für zukünftiges Verhalten hat. Einfacher ausgedrückt: Wer in den letzten Jahren psychische Gewalt angewendet hat, wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weiterhin tun.

Bewerte deinen Partner realistisch

Schreib übergriffiges Verhalten deines Partners auf. Welche Situationen gab es, in denen du deinen Partner als grenzüberschreitend erlebt hast? Das können Beleidigungen, körperliche Übergriffe und Manipulationen sein. Du neigst vielleicht noch dazu, deinen Partner zu idealisieren, deshalb frag dich doch mal, ob all diese negativen Erlebnisse die wenigen Momente oder die positiven Seiten deines Partners aufwiegen? Halte deine Notizen griffbereit, damit du jederzeit darauf zurückgreifen kannst.

Erweitere deine sozialen Kontakte zu Freunden und Familie

Stellst du fest, dass du momentan wenig Freunde und Kontakte nach außen hast, kümmere dich darum. Nimm wieder Kontakt zu alten Freunden auf. Intensiviere den Kontakt zu deiner Familie. Ersetze in kleinen Schritten immer mehr deiner Beziehungszeit durch Zeit mit anderen Menschen. Geh raus und erlebe etwas. Nimm wieder wahr, dass dein Leben frei von Angst sein kann und dass du auch mit anderen Menschen gute gemeinsame Erlebnisse haben kannst.

Setze in kleinen Schritten deine Grenzen neu

Beginne damit, Grenzen zu setzen. Das kann auf vielfältige Weise geschehen, deshalb kann ich dir hier nur ein paar Beispiele geben. Ich bin sicher, du findest deinen kleinen Bereich, mit dem du beginnen möchtest.

Beleidigt dich dein Partner, kannst du am Telefon bei einer Beleidigung das Gespräch beenden und auch nicht auf Anrufe reagieren. Habt ihr euch getroffen, dann beende das Treffen. Du könntest beispielsweise sagen: „Ich lasse mich nicht mehr beleidigen und gehe jetzt.“

Wenn es sehr schwer ist, gemeinsame Aktivitäten zu planen, weil dein Partner sich nicht festlegen will, ob er mit dir Zeit verbringen möchte oder nicht, dann plan für dich alleine und zieh es auch dann durch, wenn dein Partner nicht dabei sein will.

Triff selbständige Entscheidungen

Triff deine eigenen Entscheidungen und warte nicht mehr auf die Zustimmung deines Partners. Du hast Lust, eine Woche mit einer Freundin oder einem Freund zu verreisen? Du möchtest einfach in einem Café sitzen oder ein neues Hobby beginnen? Dann tu es! Niemand wird es dir danken, wenn du daheimsitzt, weil dein Partner Angst vor Neuem hat und dich deshalb begrenzt.

Übernimm Kontrolle und Verantwortung für dich

Weiter oben habe ich bereits geschrieben, dass du nicht für das Verhalten deines Partners verantwortlich bist. Du bist aber verantwortlich dafür, dass du die Beziehung aufrechterhältst. Und das ist vielleicht die bittere Pille, die du schlucken musst: Für das Verhalten deines Partners kannst du nichts. Aber mit jedem Tag, an dem du entscheidest, dass du die Beziehung nicht beendest, triffst du auch die Entscheidung, dich so behandeln zu lassen.

Es wäre also auch möglich, eines Tages aufzuwachen und die Entscheidung zu treffen: Ab jetzt möchte ich zufriedener und glücklicher leben. Ich erlaube es mir, einen anderen Weg zu gehen.

Manchmal dauert es, bis dieser Tag kommt und das ist in Ordnung. Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo. Wichtig ist aber, dass du dir klar machst, dass du es selbst in der Hand hast.

Wie du die eigentliche Trennung vornehmen kannst

Safety first! Bist du unsicher, wie dein Partner auf deine Trennungsabsicht reagiert, sorg für deine Sicherheit. Am besten triffst du dich mit ihm in der Öffentlichkeit. Wenn du dich nicht mit ihm treffen möchtest, dann beende die Beziehung telefonisch oder auch schriftlich. Den Anspruch, dass man Beziehungen persönlich beendet, kannst du dir in diesem Fall einfach nicht leisten und ist auch nicht notwendig.

Neigt dein Partner zu dramatischen Auftritten vor deiner Wohnung, dann bitte Freunde, bei dir zu bleiben oder darum, dass du eine Weile bei ihnen sein darfst.

Belästigt er dich am Telefon oder über soziale Plattformen, dann blockier ihn.

Und denk immer daran, dass du im Notfall auch die Polizei rufen kannst.

Hast du deine Trennungsabsicht deutlich gemacht, halte Abstand. Lass dich auf keine Treffen oder Gespräche ein, wenn du dir nicht wirklich sicher bist, dass du „standhaft“ bleiben kannst. Müsst ihr noch persönliche Gegenstände austauschen, kannst du auch jemanden bitten, die Sachen für dich abzuholen. Oder du wartest einfach ein paar Monate damit, bis du dich stabiler fühlst.

Brücke schlagen

Wie verarbeite ich meine Beziehungserfahrung?

Sei stolz auf dich und darauf, dass du es geschafft hast, dich zu lösen! Das ist ein Gewinn, auch wenn die erste Zeit schwer ist und weh tut. Vielleicht hast du das Gefühl, dass dich die Beziehung noch immer belastet. Es kann auch sein, dass du immer wieder Gefühle wie Wut, Trauer, Ärger, Angst oder Scham empfindest. Das kann ein Zeichen dafür sein, dass dir die Beziehung noch nachgeht. In diesem Abschnitt findest du ein paar Ideen dazu, wie du deine Beziehungserfahrung aufarbeiten kannst.

Problemanalyse: Wie kam es dazu?

Denk darüber nach, wie es überhaupt geschehen konnte, dass du in diese Beziehung gerutscht bist. Gab es Warnzeichen, die du ignoriert oder nicht ernst genommen hast? Warum ist es dir damals noch nicht gelungen, Grenzen zu setzen? Ist das nun anders? Diese Fragen geben dir wertvolle Hinweise, worauf du zukünftig achten solltest.

Wie soll deine kommende Beziehung aussehen?

Überlege dir, wie du dir Beziehungen eigentlich vorstellst und orientiere dich strikt daran. Prüf mit jedem neuen Partner genau, ob eure Beziehungsvorstellungen ähnlich sind. Setz deine Grenzen früh und deutlich.

Was kannst du Gutes aus dieser Beziehungserfahrung ziehen?

Was hast du in dieser Beziehung für dich lernen können? Wofür war es gut, dass es diesen Abschnitt in deinem Leben gab? Diese Fragen können dir dabei helfen, dieser Zeit etwas Gutes abzugewinnen und daran zu wachsen. Vermeide Schuldgefühle und richte deinen Blick auf die Zukunft: Was wirst du künftig anders machen?

Fazit

Das sind nur ein paar wenige Ideen, wie du wieder mehr Kontrolle über dein Leben erreichst und sie berücksichtigen natürlich in keiner Weise all die individuellen Lebenssituationen, die es geben kann. Vielleicht hast du aber ein Gespür dafür bekommst, welche Möglichkeiten es gibt, sich aus toxischen Beziehungen zu lösen und in welche Richtung es gehen kann.

Vielleicht fühlst du dich bei all diesen Schritten nicht sonderlich wohl. Das ist ganz normal. Hab Vertrauen in dich, dass Gefühle wie Angst, Nervosität oder auch Trauer bewältigbar sind und mit der Zeit mehr und mehr nachlassen.

Wenn du dich überfordert fühlst oder keinen Ausweg siehst, dann hol dir Unterstützung! Selbstverständlich kannst du dich an Psychotherapeuten, Psychologen oder Coaches wenden.

Es gibt aber auch jede Menge anderer Angebote, hier ein paar Beispiele:


Das Hilfetelefon für Gewalt gegen Frauen

https://www.hilfetelefon.de/

Die Telefonseelsorge

https://www.telefonseelsorge.de/

In Karlsruhe gibt es die Frauenberatungsstelle

https://frauenhaus.de/frauenhaus-frauenberatungsstelle-karlsruhe/beratung/der-weg-in-die-beratungsstelle/

Und noch einmal die gebündelte Übersicht über einige Angebote in Karlsruhe

https://www.karlsruhe.de/b4/stadtverwaltung/gleichstellung/hg.de


Diese Sammlung ist nicht umfassend, sie kann jedoch eine erste Orientierung bieten.

Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen mit mir teilst, schreib mir auf info@richtungswechsler.de oder schreib einen Kommentar, damit psychische Gewalt kein Tabuthema bleibt!

Wenn du diesen Beitrag hilfreich findest, dann teil ihn gerne, damit er so viele Frauen wie möglich erreicht und ihnen dabei hilft, etwas zu ändern.

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Kategorien: Beziehungstipps
<a href="https://richtungswechsler.de/author/sarahscholl/" target="_self">Sarah Scholl</a>

Sarah Scholl

AutorIn

Einfühlungsvermögen, Humor und Leichtigkeit zeichnen mich aus. Und das Wissen, wann welches davon zur Anwendung kommt. Meine Arbeit empfinde ich als bereichernd, weil es für mich kaum etwas Erstrebenswerteres gibt, als Menschen dabei begleiten zu können, wie sie aktiv werden und teilweise große Lasten Stück für Stück abwerfen.

10 Kommentare

  1. No

    Was wenn die toxische Beziehung und deine Familie ein und dasselbe ist? Und du keine Freunde und Kontakte hast? Was wenn du einfach niemanden hast und deine Wahrnehmung bagatellisiert wird? Was wenn du wirklich und wahrhaftig finanziell von den toxischen Beziehungen abhängig bist? Und dir keiner glaubt?

    Antworten
    • Sarah Scholl

      Hallo 🙂

      das klingt nach einer sehr schwierigen Situation und nach hoher Belastung, das tut mir sehr leid! Ich weiß natürlich nicht, was du schon alles ausprobiert hast, um evtl. Unterstützung zu bekommen, deshalb kann ich nur vorschlagen, dass du dich an eine Beratungsstelle wendest, vielleicht auch erstmal anonym.

      Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du einen guten Weg für dich findest!
      Sarah Scholl

      Antworten
    • Anonymous

      Ich kenne das. Die Freunde sagen nah ich kann ihm doch das Bier nicht verbieten. Die Familie , ach was ich enttäuscht bin das er trinkt. Er ich bin unglücklich, es geht immer nur um Dich, Dich Dich….ich bin hier der gute, erfolgreicher Selbstständiger, der das 3 Fach von mir verdiente. Ich habe immer gearbeitet und selbst verdient, es reichte nicht .Es ging immer wieder um Geld. Schon beim fragen nach Einkaufsgeld… waren Sprüche parat.
      Am Ende stand er nach Feiern ,wenn die Haustür zu war mit Wutausbruch vor mir die Hand 30 cm über mir. schreiend und mich aufs übelste beschimpfend. Früh gings beim Frühstück schon los, dumme Nuss, hat die Fresse. Alles hat die Tochter mit angehört und erlebt. Auch sie hat Beschimpfungen ertragen. selbst nun mit fast 18 spricht er unangemessen mit Ihr. Ich habe mich getrennt, Sie wollte dort noch wohnen. Finanzen sind ja wichtig, aber nicht das Leben allein. Lieber habe ich jetzt durch meine Kredite wenig Geld, aber lebe ruhig.
      nicht zu wissen wie die Stimmung ist, wenn man nach Hause kommt ist grausam. Ab dem 2 Bier hofft , er trinkt entweder nur noch 1 oder zieht sich richtig voll.
      Egal wie du ihm gefallen willst, er wird immer schlimmer. Das glaubt dir keiner. Und man entwickelt sich abgestumpft nicht weiter. Wie unanständig wir dem Kind gegenüber waren, nur mit uns beschäftigt. Hatten Sprachstörungen. Ich habe mir einen Psychologen gesucht. Habe eine tollen Mann kennen gelernt und will das nicht vermasseln. mein Äußeres und meine Seele / Emotionen stimmen nicht überein. Oft heule ich noch. Alles los lassen … nach 25 Jahren und 17 zusammen gewohnt, was geschaffen, was alles ihm gehört. Nur dumm.. denke ich dann. Soll er behalten, ein besserer Mensch wird er nicht. Er hat mit 18 bereits meinen Sohn aus 1 Beziehung raus geschlagen u. psychisch beleidigt/ beschimpft. Ich schäme mich nur dafür nicht die grenze da schon gezogen zu haben.

      Antworten
  2. Feather

    Hallo!
    Ein guter Artikel, der ein wichtiges Thema anspricht. Jedoch merkt man leider schnell, dass die Lösungsansätze an der Realität scheitern und Betroffene so wieder hilflos zurück gelassen werden.

    “Beleidigt dich dein Partner, kannst du am Telefon bei einer Beleidigung das Gespräch beenden und auch nicht auf Anrufe reagieren. Habt ihr euch getroffen, dann beende das Treffen. Du könntest beispielsweise sagen: „Ich lasse mich nicht mehr beleidigen und gehe jetzt.“” Das funktioniert natürlich nur, wenn die Personen in unterschiedlichen Haushalten leben. Die gemeinsame Wohnung in so einer Wohnung zu verlassen, ist ja leider nicht immer möglich.
    Ebenso naiv klingt der Hinweis, einfach mal alleine was Schönes zu Unternehmen, wenn der Partner sich nicht auf ein Treffen festlegen möchte. Dieses Verhalten kann zu neuen, gefährlichen Situationen innerhalb der Beziehung führen, auf welches das Opfer nicht vorbereitet wird.
    Ebenso ist der Abschnitt zur konkreten Trennung wenig hilfreich. Bei verschiedenen Wohnungen ist die Situation sicher unangenehm und schwierig, aber noch verhältnismäßig “leicht” zu lösen, weil es immerhin einen sicheren Rückzugsort gibt. Was Frauen tun können, die mit dem toxischen Partner zusammen leben, eventuell ökonomisch abhängig oder sozial isoliert sind, bleibt völlig offen.
    Ich finde es schade, dass der Artikel zwar suggeriert, Auswege aufzuzeigen, tatsächlich aber nur an der Oberfläche kratzt und Betroffene in ihrer erlernten Hilflosigkeit zurück lässt.

    Antworten
    • Sarah Scholl

      Hallo Feather,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Du hast absolut recht mit deinen Anmerkungen. Für Menschen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben (evtl. noch ökonomisch abhängig), funktionieren meine Hinweise nur sehr bedingt. Auch für Personen, die in einer extrem gewaltsamen Beziehung leben, funktionieren die Anregungen nur bedingt. Ich möchte mir auch nicht anmaßen, Personen in so einer Beziehung über einen Blog-Artikel finale Anregungen zu geben, da braucht es definitiv mehr. Natürlich sind absolute Aussagen immer schwierig, in solchen Fällen geht es glaube ich einfach nicht ohne Beratungsstellen und sehr gute Schutzvorkehrungen.

      Alles Gute für dich und viele Grüße
      Sarah

      Antworten
  3. Bianca

    Hallo,
    ich finde, dass sehr das Bemühen um Hilfe zu merken ist.
    Aber…
    Meiner Erfahrung aber nach, ist das Augenmerk am meisten auf die allmähliche subtile kontrollgeprägte Art von emotionalen Tätern zu richten.
    Denn jeder erkennt Gewalt am Schreien, Worten, körperlich.
    Diese mit Sozialmaske, wo keine Schimpfwörter fallen, aber das Selbstwertgefühl gerade intelligenter herzlicher Frauen suggsessiv zerstört wird, ist jedoch bei fehlender Erfahrung, eine extremere und traumatisierendere Methode und hinter verschlossenen Türen vielmehr verbreitet…
    Varianten sind innere Ausgrenzung, Ignoranz, Überhören, Vergessen, wie Luft behandeln, Schweigen, Abwehr, Abwendung…..alles OHNE ersichtliche Gewalt, sondern durch (unterlassene) Handlungen.

    Schon ein Kind was nicht beachtet wird, lässt sich “dressieren” und glaubt an eigene Schuld.
    Man denke auch an “Einzelhaft”…

    Diese subtile “Strafe” ist mE die grausam wirkungsvollste, wenn der Täter zwischendrin immer wieder “zurückkommt”…und so tut, als würde er nur Ruhe gebraucht haben, obwohl es eine Foltermethode ist, die Frau immer mehr zu verunsichern, ihr Angst zu machen und in emotionale Abhängigkeit zu bringen.

    Zumal das erste Jahr, manchmal sogar 2 Jahre, der Mann sich sehr liebevoll und aufmerksam gab…wenn er schon mehrere Frauen hatte…dann denkt sie, die anderen haben eben nicht gepasst, ich bin die Richtige!

    Oft tut die Scham darüber, sich immer wieder so behandeln zu lassen, ihr Übriges, sich noch mehr unfähig und ohnmächtig zu fühlen…

    Es würde mich sehr freuen und es würde sicher vielen Frauen helfen, wenn meine Erfahrungen und Überlegungen in die Seite mit einfließen würden!

    Alles Gute und den Mut, sich wieder selbst zu vertrauen
    wünscht
    Bianca

    Antworten
    • Sarah Scholl

      Hallo Bianca,

      auch dir vielen lieben Dank für diesen – wie ich finde – sehr wertvollen Beitrag!

      Damit deine Erfahrungen einfließen, habe ich erstmal deinen Kommentar freigegeben. Ich überlege, ob ich zu den Anfängen solcher Beziehungen einen extra Artikel verfasse oder diesen erweitere, in jedem Fall brauche ich dafür ein wenig Zeit 🙂

      Ich habe mich gefragt, Bianca, ob du dich vielleicht bereit erklärst, dich anonym für einen weiteren Artikel interviewen zu lassen (auch gerne schriftlich)? Falls du Interesse daran hast, nimm gerne Kontakt mit mir auf: info@richtungswechsler.de. Ich würde mich in jedem Fall freuen!

      Viele Grüße
      Sarah

      Antworten
  4. Marie

    Ich habe einen Ehemann der das meiste am besten weiss, auf jedenfalls, besser als ich.
    Ich glaube so fing alles an.
    Er hatte vor 8 Jahren nich einen sehr guten Arbeitsplatz
    wo Er als Abteilungsleiter gearbeitet hat.
    Was mich immer mehr beunruhte,war das Er meist unregelmäßig von der Arbeit zurück kam, es kam mir meistens so vor, als ob es sehr billig dahingesagte Ausreden waren, da Er mir nicht klar sagen konnte was wirklich der Grund ist, hat mich das sehr beunruhigt und ich suchte oft die Fehler an mir.
    So fing das Ganze an, soweit ich mich nich zurückerinnern kann.
    Ich habe damals oft mit meiner Mutter darüber gesprochen.

    Antworten
  5. JustBeLikeTheMoon

    Ich glaube, das Thema “toxische Beziehungen” ist so vielfältig und individuell, dass es kaum möglich ist, es in einem Artikel zusammenzufassen.
    Ich selbst habe noch keinen Artikel gefunden, der auf meine Situation passt. Was mich immer wieder glauben lässt, dass ich ihm womöglich Unrecht tue.
    Nach 17 Jahren habe ich zum ersten Mal die Trennung ausgesprochen, nach einem Vorfall, der erstmals in der Öffentlichkeit stattfand.
    Mein Sprungbrett, weil andere gesehen haben, wer er ist. Die Trennung ist nun genau 1,5 Jahre her. Er ist bis heute nicht ausgezogen.
    Mich kann er nicht mehr manipulieren, aber dafür unsere beiden Kinder umso mehr. Er hat ein Talent dafür, sich immer ins rechte Licht zu rücken, sodass ich immer als schuldige dastehe. Mittlerweile bin ich völlig verzweifelt, ein Schatten meiner selbst und habe keine Kraft mehr. Wann immer er da ist, fehlt mir komplett die Energie, oft schaffe ich es nicht mal, aus dem Bett zu kommen.
    Es hat mich sehr viel Kraft und Mut gekostet, die Beziehung zu beenden und war auch bereit, dadurch erstmal viel Schmerz und Leid zu ertragen. Vor allem wegen der Kinder. Ich wollte, dass wir Trennung vernünftig vollziehen. Weil wir Eltern sind. Niemals habe ich damit gerechnet, dass es so schlimm werden könnte, weil es einfach nicht endet. Die Scheidung ist lange eingereicht, das Trennungsjahr anerkannt, aber das einzige, was passiert ist, dass er mich erpresst und bedroht.
    Ich weiß, es gibt viele Hilfsangebote, doch ich schaffe es einfach nicht mehr, mich um irgendwas zu kümmern. Ich schaffe mit Mühe nur noch den alltäglichen Wahnsinn wenn überhaupt.
    Ich denke, dass es unglaublich wichtig ist, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, damit den Opfern geglaubt wird und die Täter nicht mehr so leichtes Spiel haben.
    Wie oft habe ich mir gewünscht, dass er mich einfach schlägt. Weil es dann sichtbar ist. Psychische Gewalt ist unsichtbar, und innerlich stirbt man. Außerdem muss man immer irgendwie beweisen, dass man psychisch gequält wird.

    Antworten
    • Sarah Scholl

      Hallo JustBeLikeTheMoon,

      vielen lieben Dank, dass du deine Erfahrungen hier teilst. Es klingt nach einer hoch belasteten Situation – das tut mir sehr leid! Ich hoffe, dass du vielleicht doch die Kraft findest, um dich an eine Beratungsstelle oder eine:n Therapeut:in zu wenden. Ich glaube das könnte helfen, um die nächsten Schritte zu gehen.

      Falls du Fragen hast, meld dich gerne auch über info@richtungswechlser.de direkt an mich.

      Alles Liebe für dich erstmal!
      Sarah

      Antworten

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